Auf Schneckenjagd

Was für ein Großprojekt: Die Agentur Steffen Pfeifer aus Östringen im Landkreis Karlsruhe unterstützte finanziell Waldlehrgänge. Eine gute Entscheidung.

Was, in der Natur gibt’s Parfüm?“, fragt ein Mädchen. Die Kinder schauen „Lehrerin“ Lisa Hafer ungläubig an. Die Forstwissenschaftlerin und Umweltpädagogin steht neben dem WaldMobil der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in einem kleinen Forst nördlich von Östringen. Lächelnd zählt sie gleich die wichtigsten Zutaten für solch einen selbst hergestellten „Öko-Duft“ auf: „Wir benötigen viele Tannen- und Kiefernnadeln plus Rinde. Das ist die Grundlage. Auf geht’s.“ Wie der Blitz springen die Kinder daraufhin ins Grün. Später tanzen die Mörser auf den gesammelten Pflanzenteilen. Wasser aufgießen, umrühren, filtern, fertig. Die Viertklässler der Silcher Grundschule Östringen halten ihr „Handmade-Parfüm“ neugierig an die Nase. Neben dem Fährtenlesen, der Insekten-, Umwelt- oder Tierfellkunde ist dies eine von vielen Aktionen zum Thema Wald, die der Vertreter Steffen Pfeifer und seine Ehefrau Annette gemeinsam mit der Aktion Blauer Adler der Allianz Umweltstiftung im Rahmen von WaldMobil-Tagen förderten. Das Besondere: Ein derart großes Projekt, von dem eine ganze Institution mit zwölf Klassen profitiert, wurde bisher noch nie von der Allianz gestemmt. Doch die Pfeifers, deren Sohn Philipp die vierte Klasse der Schule besucht, setzen ihre Fördergelder ganz bewusst so breit ein.

„Wir fördern sozial unabhängig!“ 

Vertreter und Zweifachpapa Steffen Pfeifer erklärt: „Seit der Agenturübernahme im Jahr 2013 fließen unsere Spenden ausschließlich an Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Wir förderten zum Beispiel bereits ein Schulmusical und eine Fußballmannschaft. Dabei hinterfragen wir bewusst bestehende Förderungspraktiken und sagen: Warum sollen nur schwache Schüler gefördert werden? Oder nur die begabten? Unsere Meinung ist: Jedes Kind soll von einer Spende profitieren! Sozial unabhängig.“ Darum wuselten auf vier Projekttage verteilt insgesamt alle 275 Grundschüler der Silcherschule durch den Mischwald, eingebunden in altersgerechte Themen mit vielen Experimenten. „Das war super“, kreischten die Kinder nicht nur nach der Insektensuche im Waldboden, in dem sich ja auf einem Quadratmeter bis in 30 Zentimeter Tiefe im Schnitt eine Billion Bakterien, 50 Schnecken oder 100 Käfer tummeln.

Ebenso klasse kam das Befühlen der unterschiedlichsten Baumrinden an. Zeitungen berichteten über diese originelle Art der Umweltbildung, und bald sprachen eine Menge Eltern wie Kunden über das Großprojekt und dass eben „jedes Kind“ daran teilnehmen durfte. Steffen Pfeifer sagt: „Natürlich sind wir in und um Östringen als Familie schon weithin bekannt. Mein Vater managte 40 Jahre lang diese Versicherungsagentur und die Schwiegermutter eine Gastwirtschaft sowie einen Fußpflegesalon. Dennoch ruhen wir uns darauf nicht aus. Sich in der Region zu engagieren ist für uns selbstverständlich. Es stärkt die Gemeinschaft, auch die der Kinder. Keiner wird ausgeschlossen. Das ist ein starkes Signal an die Menschen hier.“